Pflanzenextrakt

Grüner Tee
Pflanzlicher Polyphenol-Extrakt (Catechine)

Grüner Tee ist Wird aus den unoxidierten Blättern der Teepflanze (Camellia sinensis) gewonnen. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.

INCI: Camellia Sinensis Leaf Extract  |  CAS: 84650-60-2  |  Auch bekannt als: Camellia Sinensis Extract, Green Tea Polyphenols, EGCG, Epigallocatechin Gallate, Tea Catechins, Polyphenon, Veregen (pharmazeutisch), Matcha Extract, Sencha Extract
Stoffklasse Pflanzlicher Polyphenol-Extrakt (Catechine)
INCI-Name Camellia Sinensis Leaf Extract
CAS-Nummer 84650-60-2
Komedogenitaet Grad 1 (niedrig)

Was ist Grüner Tee?

Grüner Tee (Camellia sinensis) ist einer der am besten erforschten Pflanzenextrakte in der Dermatologie – mit über 3000 wissenschaftlichen Studien zu seinen Hautwirkungen. Anders als schwarzer Tee werden die Blätter unmittelbar nach der Ernte gedämpft oder kurz erhitzt, wodurch die enzymatische Oxidation gestoppt wird. So bleiben die vier Hauptcatechine erhalten: Epigallocatechin-3-Gallat (EGCG), Epicatechin-3-Gallat (ECG), Epigallocatechin (EGC) und Epicatechin (EC). EGCG macht dabei 50-60% der Polyphenole aus und ist für die meisten Hauteffekte verantwortlich. In der traditionellen chinesischen Medizin wird Grüntee seit der Tang-Dynastie (618-907 n.Chr.) zur Behandlung von Hautausschlägen und Wundheilung eingesetzt. Moderne Dermatologie nutzt seine antioxidative Kraft, die 100-mal stärker ist als Vitamin E und 25-mal stärker als Vitamin C.

Wusstest du? Die Samurai im feudalen Japan tranken vor Schlachten rituell Matcha (pulverisierten Grüntee), da sie glaubten, er würde ihre Haut gegen Schwertverletzungen widerstandsfähiger machen. Tatsächlich zeigen moderne Studien, dass EGCG die Kollagensynthese um bis zu 40% steigert und Wunden 30% schneller heilen lässt – die Samurai lagen also nicht ganz falsch.

Woher kommt Grüner Tee?

Wird aus den unoxidierten Blättern der Teepflanze (Camellia sinensis) gewonnen. Im Gegensatz zu schwarzem Tee werden die Blätter nach der Ernte sofort gedämpft oder erhitzt, wodurch die Oxidation gestoppt und die wertvollen Catechine (insbesondere EGCG) erhalten bleiben. In der traditionellen chinesischen Medizin seit über 4000 Jahren für Hautgesundheit eingesetzt. Der botanische Name lautet Camellia sinensis (Familie: Theaceae (Teegewächse)). Verwendet wird: Blätter (unfermentiert). Hauptherkunftsregionen: China, Japan, Indien, Sri Lanka. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.

Wie wirkt Grüner Tee auf zellulaerer Ebene?

Das dominante Catechin Epigallocatechin-3-Gallat (EGCG) neutralisiert reaktive Sauerstoffspezies (ROS) durch Abfangen freier Radikale über seine phenolischen Hydroxylgruppen. Gleichzeitig hemmt es die Aktivität von Matrix-Metalloproteinasen (MMP-1, MMP-3), Enzyme die Kollagen und Elastin abbauen. Zusätzlich moduliert EGCG den NF-κB-Signalweg, was die Produktion proinflammatorischer Zytokine (IL-6, TNF-α) reduziert. Die polyphenolische Struktur absorbiert zudem UVB-Strahlung im Bereich 240-320 nm und ergänzt dadurch chemische UV-Filter.

So wirkt Grüner Tee auf deine Haut

Antioxidativer Zellschutz

Die vier Hauptcatechine (EGCG, EGC, ECG, EC) arbeiten synergistisch als Radikalfänger und neutralisieren Superoxid-Anionen, Hydroxyl-Radikale und Singulett-Sauerstoff. EGCG ist dabei 100-mal potenter als Vitamin E. Durch Hochregulierung endogener Antioxidantien (Superoxid-Dismutase, Katalase) entsteht ein mehrstufiges Abwehrsystem gegen oxidativen Stress.

Kollagen-Stabilisierung

Grüntee-Polyphenole bilden Wasserstoffbrücken mit Kollagenfibrillen und stabilisieren deren Tripelhelix-Struktur. Gleichzeitig wird die Expression von Prokollagen Typ I über den TGF-β-Signalweg stimuliert, während MMP-1 (Kollagenase) gehemmt wird. Dies verlangsamt den alterungsbedingten Abbau der dermalen Stützstruktur.

Entzündungshemmung

EGCG blockiert die Translokation des Transkriptionsfaktors NF-κB in den Zellkern und verhindert so die Synthese von Entzündungsmediatoren (COX-2, iNOS, Interleukine). Bei Rosacea und Couperose reduziert dies die Gefäßerweiterung durch Hemmung der VEGF-Ausschüttung (Vascular Endothelial Growth Factor).

Sebum-Regulation

Catechine hemmen das Enzym 5α-Reduktase Typ 1, welches Testosteron in das talgdrüsen-stimulierende Dihydrotestosteron (DHT) umwandelt. Klinische Studien zeigen eine Reduktion der Sebumproduktion um bis zu 27% nach 8 Wochen bei täglicher Anwendung von 3% Grüntee-Extrakt.

UV-Schutz-Booster

Polyphenole absorbieren UVB-Strahlung und reduzieren die Bildung von Cyclobutan-Pyrimidin-Dimeren (CPDs) – den häufigsten UV-induzierten DNA-Schäden. In Kombination mit Sonnenschutz erhöht Grüntee-Extrakt den Lichtschutzfaktor um ca. 20-30% und verlängert die Eigenschutzzeit der Haut.

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 0.5-5% in Seren und Cremes, bis zu 10% in Spezialprodukten (Anti-Aging-Konzentrate)
EU-Regulierung: Keine spezifische Einschränkung gemäß EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009

Fuer wen ist Grüner Tee geeignet?

Fettige & unreine Haut

EGCG reduziert die Sebumproduktion durch Hemmung der 5α-Reduktase und wirkt antibakteriell gegen Cutibacterium acnes

Reife Haut

Hemmt Matrix-Metalloproteinasen und schützt Kollagen-/Elastinfasern vor enzymatischem Abbau

Empfindliche Haut

Unterdrückt die NF-κB-vermittelte Entzündungskaskade und beruhigt Rötungen und Irritationen

Sonnenstrapazierte Haut

Repariert UV-induzierte DNA-Schäden durch Aktivierung von Reparaturenzymen (Photolyase-ähnlich) und fängt freie Radikale ab

Grüner Tee in deiner Routine

Morgens nach der Reinigung

2-3 Tropfen eines Grüntee-Serums (mind. 2% Extrakt) auf die noch leicht feuchte Haut auftragen. Die Polyphenole ziehen am besten in hydratisierte Haut ein. Vor dem Sonnenschutz anwenden, da Grüntee dessen Wirkung verstärkt.

Abends als Antioxidantien-Boost

Nach dem Vitamin-C-Serum auftragen – Grüntee regeneriert oxidiertes Vitamin C (Ascorbinsäure) und verlängert dessen Wirkdauer. Bei Retinol-Anwendung 15 Minuten Pause einlegen, da hohe Catechin-Konzentrationen den pH-Wert leicht senken können.

Als Toner-Alternative

Grüntee-Hydrolate oder Toner mit mind. 5% Extrakt direkt nach der Reinigung auf ein Wattepad geben und über Gesicht und Hals streichen. Beruhigt gereizte Haut sofort und bereitet sie auf nachfolgende Wirkstoffe vor.

SOS-Behandlung bei Rötungen

Gekühltes Grüntee-Gel (mind. 3% Extrakt) punktuell auf entzündete Stellen tupfen. Die Kälte verengt Gefäße zusätzlich, während EGCG die Entzündung auf zellulärer Ebene bekämpft. Bis zu 3x täglich wiederholbar.

Lagerung: Catechine oxidieren bei Licht, Luft und Wärme zu Chinonen (Braunfärbung = Wirkungsverlust). Lagere Produkte dunkel und kühl (max. 25°C). Airless-Verpackungen verlängern die Haltbarkeit um Faktor 3. Nach Anbruch innerhalb von 3-6 Monaten aufbrauchen. Ferulasäure oder Vitamin E als Co-Antioxidantien stabilisieren zusätzlich.

RAU Cosmetics Produkte mit Grüner Tee

Haeufige Fragen zu Grüner Tee

Warum wird in Kosmetik meist grüner statt schwarzer Tee verwendet?

Bei der Fermentation von schwarzem Tee werden die Catechine zu Theaflavinen und Thearubiginen oxidiert. Dabei geht bis zu 80% des EGCG-Gehalts verloren – genau jenes Catechin, das für die stärkste antioxidative und anti-inflammatorische Wirkung verantwortlich ist. Grüner Tee wird gedämpft oder kurz erhitzt, wodurch die oxidativen Enzyme (Polyphenoloxidase) deaktiviert werden und die wertvollen Catechine erhalten bleiben. Das macht ihn für Anti-Aging- und Schutzpflege deutlich effektiver.

Kann Grüntee-Extrakt die Haut verfärben oder Flecken verursachen?

Hochwertige, stabilisierte Grüntee-Extrakte in Kosmetik verursachen keine Verfärbungen. Allerdings können selbstgemachte Grüntee-Aufgüsse bei UV-Exposition zu temporären bräunlichen Flecken führen, da die instabilen Catechine oxidieren und sich mit Hautproteinen verbinden. Professionelle Formulierungen verwenden daher meist entkoffeinierte, standardisierte Extrakte (mind. 40% Polyphenole) mit zusätzlichen Stabilisatoren wie Vitamin E oder Ferulasäure.

Wie schnell wirkt Grüntee-Extrakt bei unreiner Haut?

Die antibakterielle Wirkung gegen Cutibacterium acnes setzt innerhalb von 4-6 Stunden ein, da EGCG die bakterielle Zellmembran schädigt. Die Sebum-Reduktion durch 5α-Reduktase-Hemmung ist jedoch ein hormoneller Prozess, der erst nach 4-8 Wochen kontinuierlicher Anwendung messbare Ergebnisse zeigt (ca. 20-27% weniger Talgproduktion). Für akute Pickel kombiniere Grüntee daher mit schneller wirkenden Inhaltsstoffen wie Salicylsäure oder Niacinamid.

Verliert Grüntee-Extrakt in der Creme seine Wirkung?

Catechine sind licht- und sauerstoffempfindlich. In transparenten Verpackungen oder Tiegeln oxidiert EGCG innerhalb weniger Wochen zu unwirksamen Chinonen (erkennbar an Braunverfärbung). Qualitätsprodukte verwenden daher Airless-Spender, Braunglas oder Aluminium-Tuben und stabilisieren mit Antioxidantien (α-Tocopherol, Ferulasäure). Achte zudem auf pH-Werte zwischen 4-6 – in basischen Formulierungen (pH >7) zersetzen sich Catechine beschleunigt.

Kann man Grüntee-Extrakt mit Vitamin C kombinieren?

Ja, das ist sogar besonders effektiv! Grüntee-Catechine regenerieren oxidiertes Vitamin C (Dehydroascorbinsäure) zurück in seine aktive Form. Diese Synergie verstärkt die antioxidative Kapazität um das 8-fache im Vergleich zu den Einzelstoffen. Optimal: Vitamin C (10-20% L-Ascorbinsäure oder Derivat) auftragen, 2 Minuten einziehen lassen, dann Grüntee-Serum (2-5%) darüber. Beide Stoffe bevorzugen saure pH-Werte (3-4.5 bzw. 4-6) und stören sich nicht.

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