Feuchtigkeitsbinder

Propylenglykol (Propylene Glycol)
Synthetischer Mehrfachalkohol (Diol)

Propylenglykol (Propylene Glycol) ist Wird durch katalytische Hydrierung von Propylenoxid gewonnen, einem petrochemischen Zwischenprodukt. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.

INCI: Propylene Glycol  |  CAS: 57-55-6  |  Auch bekannt als: 1,2-Propandiol, Propane-1,2-diol, PG, E1520 (Lebensmittelzusatz), Methylethylenglykol, Monopropylene Glycol, α-Propylene Glycol
Stoffklasse Synthetischer Mehrfachalkohol (Diol)
INCI-Name Propylene Glycol
CAS-Nummer 57-55-6
Komedogenitaet Grad 0-2 (niedrig bis mittel, abhängig von Konzentration und Formulierung)

Was ist Propylenglykol (Propylene Glycol)?

Propylenglykol ist ein synthetischer Mehrfachalkohol (Diol), der seit den 1930er Jahren als vielseitiger Feuchtigkeitsbinder, Lösungsvermittler und Penetrationsverstärker in der Kosmetik eingesetzt wird. Mit der chemischen Formel C₃H₈O₂ besitzt es zwei Hydroxylgruppen, die es befähigen, Wassermoleküle über Wasserstoffbrücken zu binden und gleichzeitig die Löslichkeit lipophiler Wirkstoffe zu erhöhen. Ursprünglich aus petrochemischen Quellen gewonnen, stammt modernes Propylenglykol zunehmend aus pflanzlichem Glycerin – was es nachhaltiger, aber chemisch identisch macht. Seine Fähigkeit, die Hautbarriere reversibel zu lockern, macht es zum bevorzugten Transportsystem für hochmolekulare Peptide, Hyaluronsäure und Vitamin-C-Derivate. Trotz seiner Effektivität reagieren etwa 3-5% der Bevölkerung sensibel darauf, weshalb es in Sensitiv-Kosmetik oft durch mildere Glykole wie Butylenglykol ersetzt wird.

Wusstest du? Propylenglykol ist als Lebensmittelzusatz E1520 zugelassen und steckt in Kaugummi, Aromastoffen und sogar Medikamenten – die gleiche Substanz, die auch in Theater-Nebelmaschinen verwendet wird. Die NASA setzt es in Raumstationen als ungiftiges Kühlmittel ein.

Woher kommt Propylenglykol (Propylene Glycol)?

Wird durch katalytische Hydrierung von Propylenoxid gewonnen, einem petrochemischen Zwischenprodukt. Moderne Verfahren nutzen auch Glycerin aus nachwachsenden Rohstoffen als Ausgangsstoff. Die farblose, viskose Flüssigkeit ist vollständig wasserlöslich und seit den 1930er Jahren in der Kosmetik etabliert. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.

Wie wirkt Propylenglykol (Propylene Glycol) auf zellulaerer Ebene?

Bindet durch seine zwei Hydroxylgruppen (-OH) Wassermoleküle über Wasserstoffbrückenbindungen und hält sie in der Hornschicht. Senkt gleichzeitig den Gefrierpunkt von Formulierungen und erhöht die Löslichkeit schwer wasserlöslicher Wirkstoffe. Durchdringt die oberen Hautschichten und wirkt dort als Penetrationsverstärker, indem es die Lipidstruktur der Hornschicht vorübergehend lockert – dadurch können nachfolgende Wirkstoffe besser eindringen.

So wirkt Propylenglykol (Propylene Glycol) auf deine Haut

Hygroskopische Feuchtigkeitsbindung

Durch seine zwei Hydroxylgruppen kann Propylenglykol bis zum 1,5-fachen seines Eigengewichts an Wasser binden. Es wirkt dabei bidirektional: Bei hoher Luftfeuchtigkeit zieht es Wasser aus der Umgebung an, bei trockener Luft mobilisiert es Feuchtigkeit aus tieferen Hautschichten. Dieser Effekt tritt innerhalb von 30 Minuten nach dem Auftragen ein und hält mehrere Stunden an.

Penetrationsverstärkung für Wirkstoffe

Lockert reversibel die interzellulären Lipidstrukturen des Stratum corneum, indem es sich zwischen die Ceramid-Doppelschichten einlagert. Dadurch können hochmolekulare Wirkstoffe wie Peptide, Hyaluronsäure oder Ascorbinsäure-Derivate bis zu 3-fach besser in die Epidermis eindringen. Dieser Effekt ist besonders ausgeprägt bei Konzentrationen zwischen 5-15%.

Lösungsvermittler & Stabilisator

Verbessert die Mischbarkeit von lipophilen (fettlöslichen) und hydrophilen (wasserlöslichen) Komponenten durch seine amphiphile Struktur. Verhindert das Auskristallisieren von Wirkstoffen wie Salicylsäure oder Retinoiden in wässrigen Formulierungen und stabilisiert Emulsionen gegen Phasentrennung. Besonders wichtig in Hybrid-Formulierungen (z.B. Öl-Seren mit wasserlöslichen Peptiden).

Antimikrobielle Konservierungs-Unterstützung

Senkt die Wasseraktivität (aw-Wert) in Formulierungen, wodurch das mikrobielle Wachstum gehemmt wird – ähnlich wie bei Salzlösungen. Ab Konzentrationen von 15-20% kann der Bedarf an klassischen Konservierungsmitteln reduziert werden. Wirkt synergistisch mit Phenoxyethanol oder organischen Säuren und verlängert so die Haltbarkeit von Naturkosmetik.

Texturverbesserung & sensorisches Finish

Reduziert die Viskosität von hochdosierten Gel-Formulierungen und verhindert das 'Pillen' (Abrolleffekt) bei der Anwendung. Hinterlässt ein glattes, seidiges Hautgefühl ohne Klebrigkeit – im Gegensatz zu reinem Glycerin. Ermöglicht ultra-leichte Texturen bei gleichzeitig hoher Wirkstoffbeladung, was besonders in K-Beauty-Essenzen geschätzt wird.

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 1-10% in Seren und Cremes, bis 30% in Peel-off-Masken und Toner, 0.5-2% als Co-Solvent in Parfümölen
EU-Regulierung: Keine spezifische Einschränkung gemäß EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Als GRAS (Generally Recognized As Safe) von der FDA eingestuft.

Fuer wen ist Propylenglykol (Propylene Glycol) geeignet?

Trockene Haut

Zieht Feuchtigkeit aus tieferen Hautschichten und der Umgebung an die Oberfläche und hält sie dort gebunden.

Dehydrierte Haut

Wirkt als Osmolyt und verbessert den transdermalen Wasserfluss, wodurch der Feuchtigkeitsgehalt der Hornschicht nachhaltig steigt.

Normale Haut

Unterstützt die natürliche Barrierefunktion und verstärkt die Penetration anderer Pflegewirkstoffe ohne die Haut zu überladen.

Empfindliche Haut

In niedrigen Konzentrationen (unter 5%) gut verträglich und hilft, Aktivstoffe wie Niacinamid oder Panthenol gezielt in die Haut zu schleusen.

Propylenglykol (Propylene Glycol) in deiner Routine

Morgens nach der Reinigung

Trage Seren oder Toner mit Propylenglykol (Konzentration 3-8%) auf die noch leicht feuchte Haut auf. Innerhalb von 1-2 Minuten zieht die Formulierung vollständig ein. Idealerweise gefolgt von Wirkstoffen wie Vitamin C oder Niacinamid, deren Penetration dadurch verstärkt wird.

Vor hochmolekularen Wirkstoffen

Nutze Propylenglykol-haltige Booster (5-10%) als 'Transportsystem' für schlecht penetrierende Moleküle wie Peptide, Hyaluronsäure-Fragmente oder Ferulasäure. 30 Sekunden Wartezeit genügt, damit die Lipidbarriere gelockert wird.

In Klimaanlagen oder Heizungsluft

Bei sehr trockener Raumluft (<30% Luftfeuchtigkeit) Propylenglykol-Produkte immer mit einer okklusiven Schicht (Ceramide, Squalan) abschließen, damit die Feuchtigkeit nicht nach außen verdunstet, sondern in der Haut verbleibt.

Als Peeling-Verstärker

Chemische Peelings (AHA/BHA) mit 2-5% Propylenglykol kombiniert ermöglichen eine gleichmäßigere Säureverteilung und reduzieren Irritationen durch langsamere, kontrollierte Penetration. Besonders effektiv bei Mandelsäure- oder Lactobionsäure-Peelings.

Lagerung: Sehr stabil, nicht oxidationsanfällig, kein Lichtschutz nötig. Hygroskopisch – zieht Feuchtigkeit aus der Luft, daher Behälter immer gut verschließen. Gefriert erst bei -59°C, daher ideal für Formulierungen, die bei Minusgraden gelagert werden (z.B. Kühlmasken).

RAU Cosmetics Produkte mit Propylenglykol (Propylene Glycol)

Haeufige Fragen zu Propylenglykol (Propylene Glycol)

Trocknet Propylenglykol die Haut aus oder spendet es Feuchtigkeit?

Beides – abhängig von der Luftfeuchtigkeit und der Konzentration. Bei Luftfeuchtigkeit über 60% zieht Propylenglykol aktiv Wasser aus der Umgebung an und lagert es in der Hornschicht ein. Bei sehr trockener Luft (<30%) kann es jedoch Feuchtigkeit aus tieferen Hautschichten nach außen ziehen, wo sie verdunstet. Deshalb sollte man in Heizungsluft oder Flugzeugen immer eine okklusive Creme darüber auftragen. In Konzentrationen unter 10% und kombiniert mit Ceramiden oder Squalan ist dieser Effekt vernachlässigbar.

Ist Propylenglykol hautverträglich oder eher bedenklich?

Propylenglykol gilt bei Konzentrationen bis 20% als sicher und wird von der Mehrheit der Anwender problemlos vertragen. Allerdings reagieren etwa 3-5% der Bevölkerung mit Kontaktdermatitis darauf – besonders bei vorgeschädigter Hautbarriere oder Neurodermitis. In Patch-Tests wurde es als einer der häufigeren Kontaktallergene identifiziert, weshalb Sensitiv-Linien oft darauf verzichten. Bei empfindlicher Haut Produkte mit max. 5% wählen und vorher am Unterarm testen.

Warum wird Propylenglykol oft mit Frostschutzmittel verwechselt?

Weil Propylenglykol tatsächlich als ungiftiges Frostschutzmittel verwendet wird – aber nur in Lebensmittel- und Pharmaqualität (z.B. in Flugzeug-Enteisern oder Nebel-Maschinen). Die Verwechslung rührt von Ethylenglykol her, das hochgiftig ist und in Auto-Kühlern steckt. Propylenglykol hingegen ist so unbedenklich, dass es als Lebensmittelzusatz E1520 zugelassen ist (z.B. in Kaugummi, Aromen, Medikamenten). Die kosmetische Qualität ist nochmals reiner als die technische Variante.

Kann Propylenglykol mit Retinol oder Vitamin C kombiniert werden?

Ja, sogar sehr vorteilhaft! Propylenglykol stabilisiert Ascorbinsäure-Derivate (wie Ascorbyl Glucoside) in Wasser-Formulierungen und verhindert deren vorzeitige Oxidation. Bei Retinol (und Retinyl Palmitat) verbessert es die Hautpenetration um bis zu 40%, was die Anti-Aging-Wirkung verstärkt – allerdings auch das Irritationspotenzial. Deshalb sollten Retinol-Neulinge mit niedrigeren Konzentrationen starten, wenn Propylenglykol in der Formulierung enthalten ist.

Gibt es einen Unterschied zwischen Propylenglykol und Butylenglykol?

Ja, trotz ähnlicher Funktionen: Butylenglykol (1,3-Butandiol) hat eine längere Kohlenstoffkette (C4 statt C3) und wirkt dadurch weniger hygroskopisch – es zieht also weniger stark Feuchtigkeit an, ist aber auch milder und weniger reizend. Butylenglykol wird oft in Sensitiv-Formulierungen als Alternative eingesetzt, hat aber ein schwächeres Penetrationsverstärkungs-Profil. Beide sind nicht austauschbar: Propylenglykol ist potenter, Butylenglykol sanfter.

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